Chronologie der ASP in Deutschland: Insgesamt 91 Nachweise

Karte ASP-Restriktionsgebiete BrandenburgDie Behörden haben das ASP-Restriktionsgebiet entlang der deutsch-polnischen Grenze deutlich ausgeweitet, indem sie die "gefährdeten Gebiete" um die beiden Kernzonen miteinander verbunden haben. (Karte: © MSGIV)

Stand: 23.10.2020In Brandenburg ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) inzwischen bei insgesamt 91 Wildschweinen nachgewiesen. Die meisten Fälle (72) wurden im 1. Kerngebiet im Landkreis Oder-Spree entdeckt. Der Verdacht eines großen Ausbruchs (rd. 30 Tiere) auf der Oderinsel in Küstrin-Kietz (nördliches 2. Kerngebiet) hat sich dagegen nicht bestätigt. In diesem Gebiet wurden aber zuletzt sowohl auf der polnischen wie auch auf deutscher Seite der Grenze infizierte Wildkadaver gefunden.
Der Hausschweinebestand in Deutschland ist weiterhin ASP-frei.

(jh/red/PM) – dieser Beitrag wird inhaltlich seit 12.11.2020 nur noch bei größeren Lageänderungen aktualisiert (chronologisch absteigend). Die täglichen Fallzahländerungen werden in die Tabelle unten eingepflegt – letzte Aktualisierung: 23.10.20 / 16:15)

Tabelle: Bestätigte Fälle Afrikanische Schweinepest in Brandenburg 23.10.2020 + Karte

Auch Polen entdeckt ASP-infiziertes Wildschwein unmittelbar an der Grenze zum 2. deutschen Kerngebiet

Karte deutsch-polnisches ASP-Gebiet an der Grenze
Weitere ASP-Nachweise in Polen (ges. 2.059) vergrößern jetzt auch das polnische ASP-Gebiet deutlich Richtung Norden. (Karte: © PigProgress)

22.10.2020 – Auf der polnischen Seite des 2. deutschen Kerngebietes im Landkreis Märkisch-Oderland wurde jetzt ebenfalls das erste, mit Afrikanischer Schweinepest infizierte Wildschwein in unmittelbarer Grenznähe gefunden. Der deutsche ASP-Nachweis am 30. September bei einem erlegten Wildschwein, war etwas überraschend gekommen, da auf polnischer Seite bis dahin keine Fälle bekannt waren.

Insgesamt gibt es in Westpolen im Jahr 2020 zwar schon 2.059 ASP-Nachweise bei Wildschweinen und auch zwölf Ausbrüche in Hausschweinbeständen (Stand: 22.10.20). Aber diese Fälle hatten sich bisher etwa 70 Kilometer weiter südlich konzentriert. Zusammen mit einem älteren polnischen Nachweis etwa 155 km westlich, hat sich das deutsche-polnische ASP-Cluster jetzt deutlich vergrößert (siehe Karte oben).


21.10.2020 – ASP-Hotspot auf der Oderinsel “verschwunden”

Die am 11. Oktober bei Drohnenflügen auf der Oderinsel in Küstrin-Kietz (nördliches 2. Kerngebiet) entdeckte Rotte von “toten oder sterbenskranken “Wildschweinen”, waren wohl doch nicht an ASP erkrankt. Der Landkreis Märkisch-Oderland teilte mit, dass es sich um eine Fehleinschätzung gehandelt habe und bei wiederholten Drohnenflügen diese Tiere nicht mehr aufzufinden seien. Die gesamte Rotte sei verschwunden. Der RBB zitiert den stellvertretende Landrat Friedemann Hanke am Montag mit der Aussage: “Wir wissen das nicht genau. Es ist auch unklar, ob die Tiere tatsächlich krank waren oder ob es eine andere Ursache hatte, dass sie da lagen.”
Am Vorgehen des Landkreises ändere das Verschwinden der Wildschweinrotte zunächst nichts. Man wisse durch Drohnenflüge, dass sich weiterhin mindestens 50 bis 60 Tiere auf der Insel befänden. Deren Zahl soll nun drastisch reduziert werden – etwa indem man sie in Fallen fängt und dann tötet. Auch ein fester Zaun um das Gebiet ist geplant.


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16.10.2020 – ASP-Hotspot auf Oderinsel eingezäunt

16.10.2020 – Der – noch nicht offiziell durch das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte – ASP-Hotspot auf der Oderinsel in Küstrin-Kietz (nördliches Kerngebiet) ist inzwischen durch einen doppelten Elektrozaun abgegrenzt.
Auf der Insel hatte eine Polizeidrohne bei der Kadaversuche sowohl 17 verendete Wildschweine als auch Rotte von etwa 30 lebenden Tieren entdeckt (siehe Bericht vom 11.10.2020).
Um die Tiere nicht aufzuscheuchen und so einer Verbreitung Vorschub zu leisten und weil sie außerdem munitionsbelastet ist, wurde entschieden die Insel nicht zu betreten. Stattdessen hat man die Zaunanlage aufgebaut. Man geht davon aus, dass die Tiere dort dann an der Afrikanischen Schweinpest verenden werden. Diese Wildschweine sind bisher nicht in die offizielle Zählung der ASP-Nachweise (siehe Tabelle oben) eingeflossen.


11.10.2020 – Fallzahlsprung im 2. Kerngebiet?

Bei einer großangelegten Fallwildsuche im nördlichen Kerngebiet um Bleyen (Landkreis Märkisch-Oderland) wurden am Wochenende zahlreiche Wildschweine mit ASP-Verdacht entdeckt – Details hier:

9.10.2020 – Das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt zwei weitere ASP-Nachweise. Die Fundorte liegen im ersten Kerngebiet „Sembten/Neuzelle“ (siehe Karte unten) – ein Wildschwein wurde im Landkreis Oder-Spree, das andere im Landkreis Spree-Neiße gefunden. Insgesamt gibt es jetzt 55 ASP-Nachweise in Brandenburg.


8.10.20 – Infiziertes Wildschwein mindesten vier Wochen tot

Tweet MSGIV Brandenburg 3 neue ASP-Fälle
Der neue Fund im Landkreis Märkisch-Oderland, zeigt, dass auch dort die ASP schon seit längerem grassiert. (Foto: Tweet MSGIV-Brandenburg)

Die heute vom Bundeslandwirtschaftsministerium bestätigten drei neuen ASP-Nachweise erhöhen die Gesamtzahl auf 53 – 42 davon im momentanen “Hotspot Dorchetal” im (Landkreis Oder-Spree) und neun im Landkreis Spree-Neiße. Beide gehören zum 1. Kerngebiet.
Aber auch im zweiten Kerngebiet im Landkreis Märkisch-Oderland gab es – nach dem ersten Fund am 30.9. – jetzt einen weiteren. Dieser infizierte Wildschweinadaver muss dort aber aufgrund der starken Verwesung bereits mindestens vier Wochen gelegen haben. Das zeigt, dass auch hier die Afrikanische Schweinepest seit längerem grassiert.
Es ist allerdings schwierig, das genaue Alter eines Kadavers zu bestimmen. Wo die Probleme liegen und welche Informationen – etwa über das Wetter oder mögliche Aasfresser – die Behörden zusammentragen müssen, beschreibt dieser Artikel (PDF-Download).


8.10.20 – Neue “Weiße Zone” soll infizierte Gebiete abschirmen

Karte des ersten Ausbruchsortes der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland mit den eingezeichneten Restriktionsgebieten: dem Kerngebiet, der Weißen Zone, dem Gefährdeten Bezirk und der Pufferzone.
Eine innen und außen mit festen Zäunen begrenzte “Weiße Zone” soll das bereits ausgewiesene Kerngebiet (grün) auf deutscher Seite in einem Halbkreis umschliessen. (Karte: MSGIV-Brandenburg)

In Brandenburg haben die zuständigen Behörden damit begonnen, eine sogenannte “Weiße Zone” einzurichten. Sie bildet einen cirka fünf Kilometer breiten Halbkreis auf dem Gebiet der Landkreise Oder-Spree, Spree-Neiße und Dahme-Spreewald um das bereits definierte, erste Kerngebiet „Sembten/Neuzelle“ (siehe Karte unten). Zwei feste Zaun-Reihen – ein äußerer (50 km) und ein innerer Zaun (40 km) – sollen das rund 285 Quadratkilometer umfassende Gebiet sichern. Mit diesem “Sperrgürtel” will man die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ins Landesinnere verhindern. Sobald beide Zaunreihen fertiggestellt sind, soll in der „Weißen Zone“ der Schwarzwildbestand soweit wie möglich reduziert werden.
Auch auf der brandenburgischen Seite der Grenze zu Polen wird entlang Oder und Neiße zur Gefahrenabwehr ein fester Wildschutzzaun gebaut.
Die Abgrenzung eines Ausbruchsgebietes mit einer solchen Zone hat sich beim ASP-Ausbruch in Belgien entlang der Grenze zu Frankreich bewährt.


7.10.2020 – Mit einem neuen, vom Friedrich-Loeffler-Institut bestätigten Nachweis steigt die ASP-Fallzahl auf insgesamt 50. Bisher liegt der Schwerpunkt eindeutig im zuerst ausgewiesenen Kerngebiet um Neuzelle. Dort sind es 49 ASP-infizierte Wildschweinkadaver, von denen bis auf neun wiederum alle etwas weiter nördlich auf dem Gebiet des Landkreises Oder-Spree gefunden wurden.
Im zweiten Kerngebiet im Landkreis Märkisch-Oderland, etwa 70 Kilometer nördlich, wurde bisher nur der eine, am 30.9.2020 bestätigte ASP-Nachweis bei dem erlegten Überläufer gemeldet (Details hier).


5.10.20 – Gefährdetes Gebiet umfasst jetzt rund 2.200 Quadratkilometer

Karte ASP-Restriktionsgebiete Brandenburg
Die Behörden haben das ASP-Restriktionsgebiet entlang der deutsch-polnischen Grenze deutlich ausgeweitet, indem sie die “gefährdeten Gebiet” um die beiden Kernzonen mit einander verbunden haben. (Karte: © MSGIV)

In Brandenburg haben die Behörden die aufgrund der Afrikanischen Schweinepest eingerichtetem Restriktionszonen deutlich ausgeweitet. Es gibt zwei Kernzonen, die etwa 70 Kilometer auseinander liegen. Die beiden zunächst um diese Kernzonen ausgewiesenen “gefährdeten Gebiete” wurden jetzt zu einer großen Restriktionszone zusammengelegt (Karte oben). Sie umfasst ein etwa 2.200 Quadratkilometer großes Gebiet und umschließt auch die Stadt Frankfurt/Oder. Die beiden Kernzonen in denen die ASP-infizierten Wildschweine nachgewiesen wurden – im Norden um Bleyen und im Süden um Sembten/Neuzelle – haben eine Fläche von 45, beziehungsweise 150 Quadratkilometern.
Die Allgemeinverfügungen der jetzt insgesamt betroffenen vier Landkreise und der Stadt Frankfurt/Oder finden Sie hier. Darin sind unter anderem die Zonen mit Betretungsverbot, die Jagdregeln sowie die Auflagen für die landwirtschaftlichen Betriebe genau aufgeführt.

BMEL-Tweet mit der Bestätigung für drei weitere ASP-Nachweise in Brandenburg – Gesamtzahl 49
Am Tag der Deutschen Eiheit wurden erneut drei weitere ASP-Nachweise bestätigt. (Foto: Tweet BMEL)

3.10.20 – Insgesamt 49 ASP-Fälle nachgewiesen

Auch am Tag der Deutschen Einheit meldet das Bundeslandwirtschaftsministerium (s.o.) drei weitere ASP-Nachweise im ersten Kerngebiet um Neuzelle/Brandenburg. Damit steigt die Gesamtzahl auf 49 bestätigte Fälle.


2.10.2020 – Die Zahl der ASP-Nachweise steigt um sechs weitere Fälle auf insgesamt 46. Alle sechs Nachweise bei Falltieren liegen im ersten Kerngebiet im Hotspot Dorchetal im Südwesten von Neuzelle (Landkreis Oder-Spree), melden das Brandenburger Verbraucherschutzministerium und das Bundeslandwirtschaftsministerium.
Das Gebiet wird intensiv abgesucht, unter anderem auch mit Unterstützung der Bundeswehr. Die Afrikanische Schweinepest ist für die Tiere tödlich. Entsprechend ist mit einer täglichen Steigerung der Fallzahlen zu rechnen.

Tweet MSGIV bestätigt 6 neue / 46-ASP-Fälle insgesamt
Sechs neue ASP-Nachweise und damit den Anstieg auf 46 Fälle meldet das Verbraucherschutzministerium Brandenburg auch via Twitter (Foto: Tweet MSGIV-Brandenburg)

1.10.20 – Afrikanische Schweinepest seit Mitte Juli in Deutschland

Die Fallwildsuche in den Ausbruchsgebieten läuft intensiv. Neben Drohnen und Suchhunden sind vor allem Menschenketten im Einsatz, jetzt auch mit Unterstützung der Bundeswehr.
Dabei wurden im Hotspot Dorchetal im Südwesten von Neuzelle (LK Oder-Spree) Mitte September auch vier Skelette ohne Gewebe gefunden. Die Wildschweine müssen circa acht bis zehn Wochen am Fundort gelegen haben, bevor sie entdeckt wurden, teilte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) nach epidemiologischen Ausbruchsuntersuchungen mit. Damit müsse der Seucheneinschleppungszeitpunkt in der ersten Juli-Hälfte angenommen werden, meldet das Land Brandenburg.
Außerdem bestätigte das FLI am Donnerstag zwei weitere ASP-Fälle. Damit steigt die Zahl der Nachweise auf 40. Die neuen Fundorte liegen im ersten Kerngebiet um Neuzelle.


30.9.2020 – Neuer ASP-Nachweis 70 km nördlich des ersten Ausbruchs

Karte: Bestätigte Fälle von Afrikanischer Schweinepest in Brandenburg / Deutschland 30.10.2020
Die Afrikanische Schweinepest macht einen Sprung (Pfeil) – es gibt jetzt zwei Ausbruchsherde in Deutschland. (Karte: © Friedrich-Loeffler-Institut)

Eine Pressemeldung des Bundeslandwirtschaftsministeriums bestätigte zwei weitere ASP-Fälle in Deutschland. Die Gesamtzahl steigt auf 38. Einer der neuen Nachweise liegt etwa 70 Kilometer nördlich der bisherigen Kernzone. Damit verändert sich Lage deutlich: Es gibt jetzt zwei Ausbruchsregionen. Informationen dazu finden Sie hier:

30.9.2020 – Das FLI bestätigte ebenfalls einen weiteren ASP-Nachweis bei einem Wildaschweinkadaver innerhalb der bisherigen Kernzone in der Nähe von Neuzelle. Damit gibt es in dieser Zone auf dem Gebiet des Landkreises Spree-Neiße neun, im Landkreis Oder-Spree 28 ASP-Nachweise.


28.9.20 – Bisher alle ASP-Nachweise in der Kernzone

Das Bundeslandwirtschaftsministerium berichtet von einem weiteren, durch das FLI bestätigten ASP-Nachweis in der bisherigen Kernzone der Ausbruchsregion an der Grenze der Landkreise Spree-Neiße und Oder-Spree. Die Zahl der infizierten Tiere steigt damit auf 36.

26.9.2020 – Mit einem weiteren Nachweis, steigen am Samstag die vom Nationalen ASP-Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigten Fälle der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland auf insgesamt 35. Auch dieses infizierte Wildschwein wurde bei der Kadavaersuche im Kerngebiet gefunden.


25.9.20 – Alle 34 ASP-Fälle im aktuellen Kerngebiet

Die offiziellen ASP-Fallzahlen steigen weiter. Heute wurde bei zwei weiteren toten Wildschweinen (Fallwild) das Virus nachgewiesen. Die Gesamtzahl von 34 haben sowohl das Bundeslandwirtschaftsministerium als auch das zuständige Verbraucherschutzministerium in Brandenburg gemeldet.
Alle 34 infizierten Wildschweine wurden bisher innerhalb des eingezäunten Kerngebiets gefunden: 9 nahe Schenkendöbern im Landkreis Spree-Neiße und 25 nahe Neuzelle im Landkreis Oder-Spree. Das Kerngebiet hat eine Fläche von circa 150 Quadratkilometern und einen Umfang von circa 60 Kilometern.
Außerhalb des Kerngebietes, im sogenannten “gefährdeten Gebiet”, dürfen Landwirte ihre Flächen für bestimmte Arbeiten wieder nutzen – wenn diese vom Landkreis freigegeben sind, gegebenenfalls mit Auflagen. Zum Beispiel muss ein Kartoffelfeld vor der Ernte auf tote oder kranke Tiere abgesucht werden (mehr Informationen dazu hier).


24.9.2020 – Insgesamt 32 ASP-Nachweise – Hausschweinebestände weiter ASP-frei

Keine Ausbreitung der Seuche trotz steigender Fallzahlen – Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner via Twitter. (Foto: screenshot Twitter)

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) meldet, dass sich der amtliche Verdacht der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei drei weiteren Wildschweinen in Brandenburg bestätigt hat. Das FLI – hat die Tierseuche in den entsprechenden Proben nachgewiesen. Die Pressemeldung spricht von Fundorten “innerhalb des gefährdeten Gebietes”. Ministerin Julia Klöckner betonte auf Twitter, dass bisher alle nachgewiesenen Fälle “aus der Kernzone sind”, man also hoffen dürfe, dass die Seuche sich “nicht weiter ausgebreitet hat”.


23.9.2020 – Neun neue ASP-Nachweise – Suche mit Hunden und Drohnen

(Tweet des zuständigen Verbraucherschutzministeriums in Brandenburg)

Binnen zwei Tagen wurden weitere neun ASP-infizierte Wildschweinkadaver im Kerngebiet gefunden und die Erkrankung vom Nationalen Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigt. Die Fallzahl steigt auf 29 – 13 Tage nach dem Fund des ersten infizierten Wildschweins am 9. September. Solange neue Fundorte in dem bestehenden, cirka 150 Quadratkilometer umfassenden Kerngebiet liegen, “ändert sich nichts an der Lage”, sagt Brandenburgs zuständige Ministerin Ursula Nonnemacher.
Es haben sich noch keine Hausschweine infiziert. In dem Gebiet halten nach Behördenangaben 50 Betriebe rund 15.000 Hausschweine – der größte mit 5.000 Schweinen.
Inzwischen werden neben Drohnen, Hubschraubern mit Wärmebildkameras und klassischen Suchtrupps auch speziell trainierte Hunde zur Kadaversuche eingesetzt. So soll das Gebiet identifiziert werden, in dem das Seuchengeschehen abläuft, um dieses dann möglichst wildschweinsicher einzuzäunen – auch mit festen Zäunen, die besonders an der Grenze zu Polen gefordert werden.

“Illusion” – Zaunbau ist kein sicherer Schutz

Update/Korrektur: Zu der Kritik im abgebildeten Tweet hat das Verbraucherschutzministerium Brandenburg inzwischen (24.9.2020) eine Richtigstellung veröffentlicht, die wir nachfolgend einfügen.

20 km ohne Strom – Streit um Qualität und Wirkung der ASP-Zäune in Brandenburg. (Foto: screenshot Tweet Deutscher Jagdverband – Klick führt zum Tweet mit Video)

Es gibt den Vorwurf, die bestehenden mobilen Zaunanlagen seien derzeit teilweise lückenhaft. Auch wird um die Finanzierung des Zaunbaus gerungen. Für einen Zaunbau sei eine solidarische Finanzierung durch die Gesamtheit der Bundesländer möglich, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner. Das BMEL werde sich auch für EU-Beihilfen zur Prävention einsetzen. Die Bundesländer sehen wiederum auch den Bund in der Pflicht. Diskutiert wird die Finanzierung auf der Agrarministerkonferenz am am 23./24.9.
Aber: Es sei “Illusion, dass feste Zaunanlagen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest sicher verhindern könnten.” Das sei durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) wissenschaftlich bestätigt worden. Klöckner betonte: Es sei wichtig, “dass die Länder weitere wirksame Maßnahmen ergreifen, wie etwa eine verstärkte Kadaversuche und eine gezielte Bejagung“.


21.9.20 – Sieben neue ASP-Fälle an einem Tag bestätigt

Wie erwartet steigt die Zahl der ASP-infizierten Wildschweine weiter an. Es gebe sieben weitere Fälle, bei denen sich der amtliche Verdacht der Afrikanischen Schweinepest bestätigt hat, meldet das Bundeslandwirtschaftsministerium. Ein Fall gilt als bestätigt, wenn die Diagnose vom Nationalen Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigt wird.
Damit sind jetzt in Brandenburg insgesamt 20 infizierte Wildschweine nachgewiesen: 19 tot aufgefunden, eines krank erlegt. Auch die neuen Fällen wurden innerhalb des aktuell ausgewiesenen Kerngebietes gefunden.


18.9.20 – Gesamtzahl der ASP-infizierten Wildschweine steigt auf 13

Mit sechs, durch das Nationale Referenzlabor für Afrikanische Schweinepest am Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte neue Fälle, ist die Gesamtzahl der ASP-Fälle in Brandenburg auf 13 gestiegen. Alle Fälle liegen im bisher ausgewiesenen “gefährdeten Gebiet” (großer Kreis auf der Karte), aber außerhalb des zuletzt festgelegten Kerngebietes. Ein Kerngebiet wird mit einem Radius von etwa drei Kilometern um einen Kadaverfund eingerichtet. Dort gilt ein Betretungsverbot. Nach den neuen Funden muss das Kerngebiet jetzt deutlich ausgeweitet werden. Insgesamt soll es mit 60 km mobilem Elektrozaun umschlossen werden.

Der kleine Kreis zeigt das “Kerngebiet” um den ersten ASP-Fund . Die fünf ASP-Fälle wurden am 16.9.20 im größeren Kreis, dem “gefährdeten Gebiet” in der Gemeinde Neuzelle nachgewiesen. (Kartenausschnitt: © Landkreis Oder-Spree)

17.9.2020 – ASP-Fallzahl steigt auf sieben

Nach Berichten lokaler Medien wurden am Mittwoch weitere fünf Wildschweinkadaver im gefährdeten Gebiet gefunden. Für bisher ein Falltier hat das Bundeslandwirtschaftsministerium am Donnerstagnachmittag die ASP-Infektion nach Untersuchungen durch das FLI bestätigt. Damit steigt die Gesamtzahl der infizierten Wildschweine auf sieben.


16.9.20 – FLI bestätigt insgesamt sechs ASP-Infektionen

Die am Dienstag gemeldeten ASP-Infektion bei fünf weiteren Wildschweinen sind vom Nationalen Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigt.

Damit steigt die offizielle Zahl der Infektionen auf sechs.
Außerdem melden Medien Funde von fünf weiteren ASP-verdächtigen Kadavern in der Region. Dass die Zahlen steigen, gilt als sicher. In der benachbarten Region auf der polnischen Seite, sind es seit dem ersten Nachweis im November 2019 jetzt bereits über 1.100 Tiere – laut OIE.


15.9.20 – Brandenburg meldet fünf weitere Infektionen

Die Fallwildsuche im Umfeld des Fundortes des ersten ASP-infizierten Wildschweins läuft intensiv. Der Kadaver der zwei- bis dreijährigen Bache soll dort zwei bis vier Wochen gelegen haben. Da Wildschweine in Rotten leben, sei “realistischerweise” zu erwarten, dass weitere Tiere dieses Familienverbundes ebenfalls an der Schweinepest verendet sind.
Jetzt bestätigte das Land Brandenburg diese Erwartung: Die ASP-Infektion bei fünf weiteren Wildschweinen in der Gemeinde Neuzelle, vier davon tot aufgefundene Tiere (Fallwild), eines krank erlegt. Die Fundorte liegen alle im bereits festgelegten ‘gefährdeten Gebiet’ (siehe Karte vom 12.9.2020 oben).
Das Virus wurde im Landeslabor Berlin-Brandenburg nachgewiesen, die offizielle Bestätigung durch das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) steht noch aus.

Um den ersten Fundort haben die Behörden ein gefährdetes Gebiet mit Radius von ca. 20-25 km festgelegt.
Die Tierseuchen-Allgemeinverfügungen mit Nennung der Ortschaften sind hier veröffentlicht (PDF-Download):
Landkreis Spree-Neiße
Landkreis Oder-Spree
Landkreis Dahme-Spreewald


10.9.20 – Erster ASP-Fall in Deutschland bestätigt

Quelle: BMEL-Pressekonferenz (Twitter-Video):
Im Spree-Neiße-Kreis (Brandenburg) nahe der polnischen Grenze gibt es den ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland. Das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat die Infektion eines Wildschweinkadavers bestätigt, teilte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner am Donnerstag, 10. 9.2020 mit.

Das ASP-Virus sei in drei Proben aus einem Wildschweinkadaver bestätigt worden, teilt FLI-Präsident Prof. Thomas Mettenleitner auf einer Pressekonferenz des BMEL mit. (Foto: Screenshot: BMEL Twitter-Übertragung der Pressekonferenz)

An drei Proben aus dem Verdachtstier habe das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) das ASP-Virus nachgewiesen und den Vorbefund des Landeslabors Brandenburg bestätigt, sagte FLI-Präsident Mettenleitner auf der BMEL-Pressekonferenz.
Der Kadaver war bereits stark verwest, was bedeute: Er lag einige Zeit im Wald. Um den Fundort müsse jetzt eine intensive Kadaversuche erfolgen, um das Infektionsgebiet einzugrenzen. Der Fundort liegt etwa 30 Kilometer vom nächsten in Polen gemeldeten ASP-Fall entfernt.
In Tschechien und auch Belgien sei es gelungen durch restriktive Maßnahmen, die dortigen ASP-Ausbrüche einzugrenzen. “Wir sind sehr motiviert, das auch zu schaffen,” sagte Mettenleitner.

Mit Genomuntersuchungen wolle man versuchen den Eintragsweg zu bestimmen, sagte Brandenburgs zuständige Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnenmacher auf einer Pressekonferenz des Landes:

  • Ist der Erreger mit dem der im benachbarten Polen aufgetretenen ASP-Fälle verwandt/identisch, könne es eine “Einwanderungsinfektion” sein, übertragen durch Wildschweine aus Polen.
  • Stellt sich eine Verwandschaft mit anderen Erregern heraus, wäre eine “Sprunginfektion” denkbar, also der Viruseintrag durch Menschen über größere Entfernungen.

Die Behörden in Brandenburg arbeiten daran, ein Kerngebiet (3 km) um den Fundort einzurichten/einzuzäunen, für das dann auch ein Betretungsverbot gilt. Auch ein “gefährdeter Bezirk” (Radius etwa 15 km) wird eingerichtet. In diesem Gebiet liegen auch einige, allerdings überwiegend kleine, aber auch zwei größere Hausschweine haltende Betriebe – einer in etwa sieben Kilometer Entfernung.


9.9.20 – Erster ASP-Verdacht im Spree-Neiße-Kreis (Brandenburg)

Mittwochabend 18:40: Die Märkische Oderzeitung (MOZ) meldet als erste, das ASP-Virus sei bei einem Wildschwein in der Gemarkung Sembten im Spree-Neiße-Kreis (Brandenburg) “nachgewiesen worden”.

Erste Meldung über den ASP-Ausbruch in der Lokalausgabe der MOZ (Foto: screenshot MOZ-Online)

Etwa zwei Stunden später spricht Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf Twitter von einem “bestätigten Verdachtsfall”. Eine Pressemeldung des BMEL (PDF-Download) folgt. Das Landeslabor Brandenburg habe den Verdacht festgestellt, eine Probe sei auf dem Weg zum nationalen Referenzlabor im Friedrich-Loeffler-Institut (FLI). Ergebnisse werden am Donnerstagvormittag erwartet.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner spricht auf Twitter von einem bestätigten Verdachtsfall. (Foto: Twitterpost)

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Über den Autor

Jörg Held

Jörg Held (jh) ist Journalist, Kommunikationswirt und Redaktionsberater mit 30 Jahren Berufserfahrung. Seit 2007 auch im Bereich Tiermedizin unterwegs, davon 5 Jahre als Redaktionsleiter der VETimpulse. Auch bei wir-sind-tierarzt.de leitet er die Redaktion und ist schwerpunktmäßig für berufspolitische Themen und die Nachrichten verantwortlich. Kontakt: joerg.held(at)wir-sind-tierarzt.de
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