ASP in Deutschland: FLI bestätigt weitere sechs neue Fälle – gesamt: 13

Der kleine Kreis zeigt das "Kerngebiet" um den ersten ASP-Fund. Die fünf neuen ASP-Fälle wurden im größeren Kreis, dem "gefährdeten Gebiet" in der Gemeinde Neuzelle nachgewiesen. (Kartenausschnitt: © Landkreis Oder-Spree)

Inzwischen sind in Brandenburg 13 Fälle der Afrikanischen Schweinepest durch das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt. Betroffen sind die Landkreise Oder-Spree und Oder-Neisse nahe der polnischen Grenze. Auch die sechs neuen Fundorte liegen alle noch im bereits festgelegten ‘gefährdeten Gebiet’ in der Nähe der Ortschaft Neuzelle.

(jh/red/PM) – dieser Beitrag wird regelmäßig aktualisiert (chronologisch absteigend)aktuelles Beitragsbild als PDF-Download

18.9.2020 – Mit sechs, durch das Nationale Referenzlabor für Afrikanische Schweinepest am Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte neue Fälle, ist die Gesamtzahl der ASP-Fälle in Brandenburg auf 13 gestiegen. Alle Fälle liegen im bisher ausgewiesenen “gefährdeten Gebiet” (großer Kreis auf der Karte). Das Kerngebiet mit einem drei Kilometer Radius um einen Kadaverfund, in dem ein Betretungsverbot gilt, musste jetzt deutlich ausgeweitet werden.

ASP-Fallzahl steigt auf sieben

Nach Berichten lokaler Medien wurden am Mittwoch weitere fünf Wildschweinkadaver im gefährdeten Gebiet gefunden. Für bisher ein Falltier hat das Bundeslandwirtschaftsminsiterium am Donnerstagnachmittag die ASP-Infektion nach Untersuchungen durch das FLI bestätigt. Damit steigt die Gesamtzahl der infizierten Wildschweine auf sieben.

16.9.20 – FLI bestätigt insgesamt sechs ASP-Infektionen

Die am Dienstag gemeldeten ASP-Infektion bei fünf weiteren Wildschweinen sind vom Nationalen Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigt.

Damit steigt die offizielle Zahl der Infektionen auf sechs Tiere.
Außerdem melden Medien Funde von fünf weiteren ASP-verdächtigen Kadavern in der Region. Dass die Zahlen steigen, gilt als sicher. In der benachbarten Region auf der polnischen Seite, sind es – laut OIE – seit dem ersten Nachweis im November 2019 jetzt bereits über 1.100 Tiere.

15.9.20 – Brandenburg meldet fünf weitere Infektionen

Die Fallwildsuche im Umfeld des Fundortes ersten ASP-infizierten Wildschweins läuft intensiv. Der Kadaver der zwei- bis dreijährigen Bache soll dort zwei bis vier Wochen gelegen haben. Da Wildschweine in Rotten leben, sei “realistischerweise” zu erwarten, dass weitere Tiere dieses Familienverbundes ebenfalls an der Schweinepest verendet sind. Jetzt bestätigte das Land Brandenburg diese Erwartung: Die ASP-Infektion bei fünf weiteren Wildschweinen in der Gemeinde Neuzelle, vier davon tot aufgefundene Tieren (Fallwild), eines krank erlegt. Die Fundorte liegen alle im bereits festgelegten gefährdeten Gebiet (siehe Karte vom 12.9.2020 oben). In
Das Virus wurde im Landeslabor Berlin-Brandenburg nachgewiesen, die offizielle Bestätigung durch das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) steht noch aus.

Um den ersten Fundort haben die Behörden ein gefährdetes Gebiet mit Radius von ca. 20-25 km festgelegt.
Die Tierseuchen-Allgemeinverfügungen mit Nennung der Ortschaften sind hier veröffentlicht (PDF-Download):
Landkreis Spree-Neiße
Landkreis Oder-Spree
Landkreis Dahme-Spreewald

10.9.20 – Erster ASP-Fall in Deutschland bestätigt

Quelle: Video BMEL-Pressekonferenz (Twitter-Video):
Im Spree-Neiße-Kreis (Brandenburg) nahe der polnischen Grenze gibt es den ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland. Das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat die Infektion eines Wildschweinkadavers bestätigt, teilte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner am Donnerstag, 10. 9.2020 mit.

Das ASP-Virus sei in drei Proben aus einem Wildschweinkadaver bestätigt worden, teilt FLI-Präsident Prof. Thomas Mettenleitner auf einer Pressekonferenz des BMEL mit. (Foto: Screenshot: BMEL Twitter-Übertragung der Pressekonferenz)

An drei Proben aus dem Verdachtstier habe das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) das ASP-Virus nachgewiesen und den Vorbefund des Landeslabors Brandenburg bestätigt, teilte FLI-Präsident Mettenleitner auf der BMEL-Pressekonferenz mit.
Der Kadaver war bereits stark verwest, was bedeute: Er lag einige Zeit im Wald. Um den Fundort müsse jetzt eine intensive Kadaversuche erfolgen, um das Infektionsgebiet einzugrenzen. Der Fundort liegt etwa 30 Kilometer vom nächsten in Polen gemeldeten ASP-Fall entfernt.
In Tschechien und auch Belgien sei es gelungen durch restriktive Maßnahmen, die dortigen ASP-Ausbrüche einzugrenzen. “Wir sind sehr motiviert, das auch zu schaffen,” sagte Mettenleitner.

Mit Genomuntersuchungen wolle man versuchen den Eintragsweg zu bestimmen, sagte Brandenburgs zuständige Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnenmacher auf einer Pressekonferenz:

  • Ist der Erreger mit dem der im benachbarten Polen aufgetretenen ASP-Fälle verwandt/identisch, könne es eine “Einwanderungsinfektion” sein, übertragen durch Wildschweine aus Polen.
  • Stellt sich eine Verwandschaft mit anderen Erregern heraus, wäre eine “Sprunginfektion” denkbar, also der Viruseintrag durch Menschen über größere Entfernungen.

Die Behörden in Brandenburg arbeiten daran, eine Kernzone (3 km) um den Fundort einzurichten/einzuzäunen, für die dann auch ein Betretungsverbot gilt. Auch ein “gefährdeter Bezirk” (Radius etwa 15 km) wird eingerichtet. In diesem Gebiet liegen auch einige, allerdings überwiegend kleine, aber auch zwei größere Hausschweine haltende Betriebe – einer in etwa sieben km Entfernung.

9.9.20 – Erster ASP-Verdacht im Spree-Neiße-Kreis (Brandenburg)

Mittwochabend 18:40: Die Märkische Oderzeitung (MOZ) meldet als erste, das ASP-Virus sei bei einem Wildschwein in der Gemarkung Sembten im Spree-Neiße-Kreis (Brandenburg) “nachgewiesen worden”.

Erste Meldung über den ASP-Ausbruch in der Lokalausgabe der MOZ (Foto: screenshot MOZ-Online)

Etwa zwei Stunden später spricht Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf Twitter von einem “bestätigten Verdachtsfall”. Eine Pressemeldung des BMEL (PDF-Download) folgt. Das Landeslabor Brandenburg habe den Verdacht festgestellt, eine Probe sei auf dem Weg zum nationalen Referenzlabor im Friedrich-Loeffler-Institut (FLI). Ergebnisse werden am Donnerstagvormittag erwartet.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner spircht auf Twitter von einem bestätigten Verdachtsfall. (Foto: Twitterpost)

Quellen im Artikel verlinkt

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Über den Autor

Jörg Held

Jörg Held (jh) ist Journalist, Kommunikationswirt und Redaktionsberater mit 30 Jahren Berufserfahrung. Seit 2007 auch im Bereich Tiermedizin unterwegs, davon 5 Jahre als Redaktionsleiter der VETimpulse. Auch bei wir-sind-tierarzt.de leitet er die Redaktion und ist schwerpunktmäßig für berufspolitische Themen und die Nachrichten verantwortlich. Kontakt: joerg.held(at)wir-sind-tierarzt.de
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