7.000-Euro-Schmuggeltiere über Datenbank identifiziert

Extrem selten: Dieser geschmuggelte Grüngecko wurde über eine Wisenschaftsdatenbank identifiziert und zurück nach Neuseeland gebracht. (Foto: © Dr. Thomas Ziegler/Zoo Köln)Extrem selten: Dieser geschmuggelte Grüngecko wurde über eine Wisenschaftsdatenbank identifiziert und zurück nach Neuseeland gebracht. (Foto: © Dr. Thomas Ziegler/Zoo Köln)

(jh) – Dass exotische Wildtiere als Schmuggelobjekt bei “Liebhabern” in europäischen Terrarien enden, ist nicht neu. Dass sie aber dort “identifiziert” und dann zurück in ihre Heimat gebracht werden können, dagegen schon. Bei zwei extrem seltenen neuseeländischen Grüngeckos gelang das Kunststück: Sie flogen nach fast sechs Jahren nach Neuseeland zurück.

Wahrscheinlich 2009 hatten Tierfänger die streng geschützten und seltenen Grüngeckos in Neuseeland gefangen und außer Landes geschmuggelt; sie landeten schließlich bei einem Privatmann in Niedersachsen. Seine Liebe zu exotischen Tieren und seine Geldnot wurden dem 45jährigen zum Verhängnis: Als er das Pärchen im Dezember 2013 via Internet verkaufen wollte, kamen ihm die Naturschutzbehörden auf die Spur. Die Polizei beschlagnahmte die Schmuck-Grüngeckos und brachte sie zunächst in den Kölner Zoo. Seither bemühen sich die Behörden um die Rückführung – was allerdings 15 Monate dauerte.

Fotos in Wissenschaftsdatenbank gespeichert

Das Besondere bei diesem Grüngecko-Fall: Neuseeländische Wissenschaftler hatten zumindest eines der beiden Tiere in freier Natur fotografisch dokumentiert. So konnte der im Internet angebotene Grüngecko dank der neuseeländischen Datenbank zweifelsfrei identifiziert werden. Zuletzt wurde er in freier Natur in Neuseeland im Herbst 2009 gesehen.

Extrem selten: Dieser geschmuggelte Grüngecko wurde über eine Wisenschaftsdatenbank identifiziert und zurück nach Neuseeland gebracht. (Foto: © Dr. Thomas Ziegler/Zoo Köln)

Extrem selten: Dieser geschmuggelte Grüngecko wurde über eine Wisenschaftsdatenbank identifiziert und zurück nach Neuseeland gebracht. (Foto: © Dr. Thomas Ziegler/Zoo Köln)

Grüngeckos kommen ausschließlich in Neuseeland vor und sind extrem ortstreu. Sie bringen pro Jahr nur ein bis zwei Junge zur Welt und werden bis zu 30 Jahre alt. Der Bestand an Grüngeckos ist in den vergangenen Jahren um 95 Prozent eingebrochen, berichtete das Bundesamt für Naturschutz (BfN). Wilddiebe und Schmuggler machen den Tieren das Leben in ihrer Heimat schwer. Der Preis für ein Paar liegt mittlerweile bei 7.000 Euro.

Grüngeckos sind bereits seit 1953 in Neuseeland streng geschützt. Seit 2003 unterliegt die Art dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES), deshalb gelten strengste internationale Schutzbestimmungen.

Quelle: Pressemeldung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN)
Beitragsbild: Dr. Thomas Ziegler/Zoo Köln

Teilen
Über den Autor

Redaktion wir-sind-tierarzt.de

Unter dem Autorennamen "Redaktion wir-sind-tierarzt.de" veröffentlichen wir überwiegend kurze/aktuelle Nachrichten, die im Redaktionsalltag entstehen. Ein Namenskürzel am Textanfang weist ggf. näher auf den zuständigen Redakteur hin: jh – Jörg Held / hh - Henrik Hofmann / aw – Annegret Wagner Kontakt zur Redaktion: zentrale(at)wir-sind-tierarzt.de
Web Design MymensinghPremium WordPress ThemesWeb Development

Wildtiere: Hilfe kann auch Leid bedeuten

9. März 20169. März 2016
Ein Faltblatt gibt Tipps zum Umgang mit Wildtieren. (©Landestierschutzbeauftragte Hessen / Erni/Fotolia.com)„Wildtiere brauchen in den aller seltensten Fällen menschliche Hilfe," sagt die Landestierschutzbeauftragte Hessen. Was tun kann, wer ein Wildtier findet – oder aber auch besser lassen sollte – erklärt ein Flyer, den Dr. Madeleine Martin zusammen mit der Landestierärztekammer Hessen herausgegeben hat. (mehr …)