StIKo Vet: Impfung von Hobbygeflügel gegen die Newcastle-Krankheit

Titelseite der STiKo Vet-Impfempfehlung zur Newcastle-Krankheit bei Geflügel. (© STiKo Vet / FLI)

Die Impfung von Hühnern und Puten gegen die Newcastle-Krankheit ist Pflicht – auch für Hobbyhalter. Impfen darf hier aber nur der Tierarzt. Eine neue Stellungnahme der Ständigen Impfkommission der Veterinärmedizin beschreibt das optimale Impfschema.

(jh/PM) – Die Newcastle-Krankheit (Newcastle Desease / ND) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die bei Hühnervögeln schwere Verluste verursacht. Die Einschleppung des Virus erfolgt meistens über klinisch inapparent infizierte Zukäufe, die sich noch in der Inkubationsphase befinden, zum Teil auch über infizierte Wildvögel. Innerhalb des Bestandes breitet sich das Virus in der Regel rasant aus. Die hohe Mortalität erklärt auch die Bezeichnung “atypische Geflügelpest”.

Hobbygeflügel muss der Tierarzt impfen

Grundsätzlich dürfen nur Tierärzte die Impfstoffe anwenden. Ausnahmen gelten für gewerbs- und berufsmäßige Tierhalter. Sie dürfen Tierimpfstoffe vom Tierarzt beziehen und anwenden – wenn sie das der zuständigen Behörde unter Vorlage eines Anwendungsplanes angezeigt haben.
Auch für Hobbygeflügelhaltungen gilt die gesetzliche Impfpflicht. Hier muss der Tierarzt die Impfung durchgeführen.

Zweistufige Impfung mit zwei Impfstoffarten

Es stehen Lebend- und Inaktivatimpfstoffe zur Verfügung. Grundsätzlich empfiehlt es sich angesichts der relativ geringen Tierzahlen, den ND-Impfstoff im Hobbybereich individuell zu applizieren. Auf diese Weise wird eine optimale Impfabdeckung in der Herde/Gruppe erzielt. Es sind Wiederholungsimpfungen nötig.

  • Die Lebendimpfstoffe verabreicht der Tierarzt über das Trinkwasser, als Augentropfen oder als Aerosolspray. Sie haben nur eine begrenzte Wirksamkeitsdauer und sind entsprechend der Herstellerangaben wiederholt zu applizieren.
    Bei der Einzelapplikation werden Lebendimpfstoffe oral eingegeben oder oculo-nasal getropft. Man kann den Tieren auch über Nacht das Wasser entziehen und den Lebendimpfstoff anschließend früh morgens mit dem Trinkwasser in einem sauberen, putz- und desinfektionsmittelfreien Gefäß anbieten.
  • Als Wiederholungsimpfung nach Erstimmunisierung mit einem Lebendimpfstoff werden dann injizierbare Inaktivatimpfstoffe verabreicht.
    Die Hersteller der teureren Inaktivatimpfstoffe raten ebenfalls zu diesem zweistufigen Immunisierungsschema bestehend aus einer ersten Immunisierung mit einem Lebendimpfstoff gefolgt von einer zweiten Immunisierung im Abstand von mindestens vier Wochen mit einem homologen Inaktivatimpfstoff. In diesem Fall wird die Dauer der Immunität mit einer Legeperiode angegeben.

Newcastle-Krankheit: Immunisierungsempfehlung der StIKo Vet (Klick auf das Schema lädt Empfehlung als PDF).

Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut/StIKo Vet
Die komplette StIKo Vet Stellungnahme als PDF-Download 

Teilen
Über den Autor

Jörg Held

Jörg Held (jh) ist Journalist, Kommunikationswirt und Redaktionsberater mit 30 Jahren Berufserfahrung. Seit 2007 auch im Bereich Tiermedizin unterwegs, davon 5 Jahre als Redaktionsleiter der VETimpulse. Auch bei wir-sind-tierarzt.de leitet er die Redaktion und ist schwerpunktmäßig für berufspolitische Themen und die Nachrichten verantwortlich. Kontakt: joerg.held(at)wir-sind-tierarzt.de
Web Design MymensinghPremium WordPress ThemesWeb Development

Wildtiere: Hilfe kann auch Leid bedeuten

9. März 20169. März 2016
Ein Faltblatt gibt Tipps zum Umgang mit Wildtieren. (©Landestierschutzbeauftragte Hessen / Erni/Fotolia.com)„Wildtiere brauchen in den aller seltensten Fällen menschliche Hilfe," sagt die Landestierschutzbeauftragte Hessen. Was tun kann, wer ein Wildtier findet – oder aber auch besser lassen sollte – erklärt ein Flyer, den Dr. Madeleine Martin zusammen mit der Landestierärztekammer Hessen herausgegeben hat. (mehr …)