Dicke Katzen am Wochenende besonders faul

Dicke Katze – wenig Bewegung. Je enger der Kontakt zum Besitzer, desto weniger streifen Katzen (vor allem tagsüber) umher. (Foto: © WiSiTiA/aw)

Auch Katzen kennen Wohlstandsspeck. Was auf der Hand liegt, haben US-Tierärzte jetzt mit Aktivitätssensoren nachgemessen: Dicke Katzen bewegen sich deutlich weniger als dünne. Interessanterweise haben alle Katzen am Wochenende weniger Bewegung. “Schuld” ist der dann engere Kontakt zum Besitzer.

(aw) – Besteht auch bei Katzen ein Zusammenhang zwischen Körpergewicht, dem Body Condition Score (BCS)  und freiwilliger Aktivität? Das wollten Maria de Godoy (University of Illinois, USA) und Anna Shoveller (The Iams Company/Mars Pet Care) wissen. Daher statteten sie fünf schlanke und fünf übergewichtige American Shorthair Katzen (alle kastriert) mit einem Aktivitätsmesser aus, der an einem Brustgeschirr befestigt war.
Katzen mit einem BCS von kleiner/gleich drei (Skala eins bis fünf) bewerteten die Wissenschaftlerinnen als schlank, Katzen mit einem BCS von über drei dagegen als übergewichtig. Alle teilnehmenden Katzen waren etwa vier Jahre alt (4 + 0,5 Jahre), bekamen täglich eine Stunde Zugang zu handelsüblichem Trockenfutter und konnten sich frei in Haus und Umwelt bewegen.

Dicke Katzen bewegen sich freiwillig wenig

Das Ergebnis bestätigte die Vermutung: Schlanke Katzen bewegen sich über den ganzen Tag verteilt weit häufiger freiwillig als dicke Katzen. Dies gilt in Summe sowohl für Tages- als auch für die Nachtstunden. Am Tag sind schlanke Katzen aber noch einmal deutlich aktiver als dicke.
Insgesamt kommen die übergewichtigen Katzen nur auf rund 60 Prozent der Bewegung, die schlanke Katzen freiwillig absolvieren.
Alle Katzen waren während der Woche aktiver als am Wochenende. 
Überhaupt bedeutet ein enger Kontakt zum Besitzer, dass sich die Katzen weniger bewegen.

Übergewicht erkennen

Übergewicht ist für Katzen ebenso ein Problem wie für Menschen. Solange man aber mit locker angelegten Händen die Rippen ertasten kann und die Katze eine erkennbare Taille besitzt, gilt sie nicht als fettleibig. Die gesundheitlichen Risiken für Übergewicht sind denen von Menschen ähnlich: Typ-II-Diabetes, Fettleber, Harnwegerkrankungen, Gelenkbeschwerden und Herz-Kreislauf-Probleme.

Bei Katzen hilft nur Diät

Um das Gewicht einer Katze zu reduzieren, wären zwei Varianten möglich:

  • entweder müssen sich die Tiere mehr bewegen
  • oder sie müssen weniger Futter beziehungsweise ein Diätfutter erhalten.

Anders als bei Hunden (Spaziergänge), ist es bei Katzen aber deutlich schwieriger mehr Bewegung zu realisieren. Es bleibt also häufig nur der Weg, über ein kalorienreduziertes (Diät)Futtter das Gewicht zu reduzieren.

Quelle: Journal of Feline Medicines an Surgery

Teilen
Über den Autor

Annegret Wagner

Dr. Annegret Wagner (aw) hat in Gießen Tiermedizin studiert und arbeitet seit 1991 in der Großtierpraxis; seit 2005 niedergelassen in eigener Praxis mit Schwerpunkt Milchrind im Raum Rosenheim. Seit 2006 arbeitet sie auch als tiermedizinische Fachjournalistin. So hat sie für die VETimpulse die Nutztierthemen betreut und übernimmt diese Aufgabe auch bei wir-sind-tierarzt.de. Um nicht zum Mia-san-mia-Bayer zu mutieren, schaut sie intensiv über den Alpenrand hinaus, vorzugsweise ins englischsprachige Ausland. Kontakt: annegret.wagner(at)wir-sind-tierarzt.de
Web Design MymensinghPremium WordPress ThemesWeb Development

Wildtiere: Hilfe kann auch Leid bedeuten

9. März 20169. März 2016
Ein Faltblatt gibt Tipps zum Umgang mit Wildtieren. (©Landestierschutzbeauftragte Hessen / Erni/Fotolia.com)„Wildtiere brauchen in den aller seltensten Fällen menschliche Hilfe," sagt die Landestierschutzbeauftragte Hessen. Was tun kann, wer ein Wildtier findet – oder aber auch besser lassen sollte – erklärt ein Flyer, den Dr. Madeleine Martin zusammen mit der Landestierärztekammer Hessen herausgegeben hat. (mehr …)