Geflügelpest: Bundesweit 25 Nutzgeflügelhaltungen infiziert

Hotspot für H5N8-Ausbrüche in Nutzgeflügelbeständen ist aktuell Norddeutschland, speziell Niedersachsen (Kreis). (Karte: © FLI / Stand 3.1.2017)

Die Geflügelpest grassiert weiter. Bundesweit sind inzwischen 25 Nutztierhaltungen von der laufenden H5N8-Infektionswelle betroffen. Niedersachsen entwickelt sich dabei zum Zentrum: In elf Putenbeständen wurden inzwischen rund 232.000 Tiere getötet. Frankreich lässt vorsorglich 800.000 im Freiland gehaltene Gänse und Enten töten. Infizierte Katzen werden aus den USA (H7N2) und Südkorea (H5N6/hochansteckend) gemeldet. (aktualisiert: 5.12.2016)

(jh) – Alle betroffenen Nutzgeflügelbetriebe in Niedersachsen waren – mit Ausnahme eines Kleinstbestandes im Landkreis Northeim mit 18 Hühnern und sechs Enten – geschlossene Putenmastbestände. Sie liegen in den Landkreisen Oldenburg, Cloppenburg und Vechta. Dort mussten bereits rund 232.000 Tiere getötet werden. Darüber hinaus wurde bisher bei insgesamt 17 Wildvögeln in Niedersachsen die Vogelgrippe nachgewiesen. Die zuletzt gemeldeten Fälle lagen jeweils innerhalb der Sperrgebiete bereits zuvor aufgetretener Ausbrüche.

Aktueller Stand der H5N8-Ausbrüche in Deutschland: Neue Fälle nur nördlich des Mains. (Karte: © FLI / Stand 4.1.2017)

Aktueller Stand der H5N8-Ausbrüche in Deutschland: Neue Fälle nur nördlich des Mains. (Karte: © FLI / Stand 5.1.2017)

FLI: Kein Anzeichen für ein Abflauen

Das Friedrich-Loeffler-Institut als das für Deutschland zuständige nationale Referenzlabor sieht noch kein Anzeichen für ein Abflauen der aktuellen Infektionswelle. Eine dpa-Meldung spricht von rund 30 betroffenen Nutzgeflügelhaltungen. Die aktuelle FLI-Karte (Stand: 5.1.2017/rechts) zählt 25 Nutzgeflügelbestände und vier Zoos. Funde infizierte Wildvögel (über 500) gibt es in 15 Bundesländern – nur das Saarland ist noch nicht betroffen.

Frankreich: 85 Nutzgeflügelfarmen betroffen

Schwerer als in Deutschland trifft das Virus in Europa die Geflügelhalter in Frankreich: Dort verzeichnet das Landwirtschaftsministerium inzwischen H5N8-Ausbrüche in 95 Nutzgeflügelbeständen und bei fünf Wildvögeln. Jetzt ordneten die Behörden in drei Regionen (Karte siehe unten) die vorsorgliche Tötung aller Freilandgänse- und -enten an: Zunächst rund 800.000 Tiere, möglicherweise gar 1,3 Millionen. Das soll in der Region, der Hochburg der Gänseleberproduktion, 18 Millionen Tiere vor einer weiteren Virusausbreitung schützen.

Südkorea: Zwei infizierte Katzen tot

Inzwischen meldet auch Südkorea Infektionen von Katzen: Dort mit der hochansteckenden Virusvariante H5N6. Zwei Katzen wurden tot aufgefunden – und zwar in der Nähe einer Hühnerfarm, die mit dem Virus infiziert war. In Südkorea wurden seit November über 20 Millionen Hühner und Enten aufgrund der Geflügelpestwelle getötet.
Über H7N2-Infektionen bei Tierheimkatzen in New-York hatte wir-sind-tierarzt.de hier berichtet.

Quellen – im Text verlinkt und:
Pressemeldungen Landwirtschaftsministerium Niedersachsen (hier und hier)
Übersichtsseite “Geflügelpest des Friedrich-Loeffler-Institutes (FLI) – mit tagesaktueller Karte
Geflügelpest-Informationsseite des französischen Landwirtschaftsministeriums – täglich aktualisiert
Übersicht H5N8 in Europa – flutrackers.com

H5N8-Aubsrüch in Frankreich – auch hier gibt es einen klaren Hotspot im Süden. (Karte: © Französisches Landwirtschaftsministerium)

H5N8-Aubsrüche in Frankreich – auch hier gibt es einen klaren Hotspot im Süden. (Karte: © Französisches Landwirtschaftsministerium)

Teilen
Über den Autor

Jörg Held

Jörg Held (jh) ist Journalist, Kommunikationswirt und Redaktionsberater mit 30 Jahren Berufserfahrung. Seit 2007 auch im Bereich Tiermedizin unterwegs, davon 5 Jahre als Redaktionsleiter der VETimpulse. Auch bei wir-sind-tierarzt.de leitet er die Redaktion und ist schwerpunktmäßig für berufspolitische Themen und die Nachrichten verantwortlich. Kontakt: joerg.held(at)wir-sind-tierarzt.de
Web Design MymensinghPremium WordPress ThemesWeb Development

Wildtiere: Hilfe kann auch Leid bedeuten

9. März 20169. März 2016
Ein Faltblatt gibt Tipps zum Umgang mit Wildtieren. (©Landestierschutzbeauftragte Hessen / Erni/Fotolia.com)„Wildtiere brauchen in den aller seltensten Fällen menschliche Hilfe," sagt die Landestierschutzbeauftragte Hessen. Was tun kann, wer ein Wildtier findet – oder aber auch besser lassen sollte – erklärt ein Flyer, den Dr. Madeleine Martin zusammen mit der Landestierärztekammer Hessen herausgegeben hat. (mehr …)