Praxis gründen mit Erfolg: Ein Erfahrungsbericht

Startet gut beraten in die Selbständigkeit: Steffi Dietze aus Dresden. (Foto: © TVD)

Wollen wirklich alle jungen Tierärzte nur noch angestellt arbeiten? Gerade mal ein Prozent sollen im Nachbarland Holland noch Praxisgründer werden wollen. In Deutschland sind es mehr, weiß unser Werbepartner TVD und liefert einen Erfahrungsbericht.

ein Gastbeitrag von Tim Kasten*, TVD-Finanz

Übermächtige Praxisketten, fast vollständige Feminisierung der Tiermedizin, risikoscheue Generation Y, mangelhafte Vereinbarkeit von Beruf und Familie, fehlendes betriebswirtschaftliches Know-how  – diese und ähnliche Dogmen werden bemüht, um zu erklären, warum junge Tierärzte keine Praxis gründen oder übernehmen wollen. Wie wäre es mal mit einem ermutigenden Blick auf das Thema? Schließlich sind die Chancen aktuell sehr gut:
Die Kaufpreise bei Praxisübernahmen sind mehr als fair und die Zinsen für eine Finanzierung günstig wie nie. Die wirtschaftlichen Aussichten sind ebenfalls blendend. Nicht ohne Grund ist der deutsche Tierarztmarkt Objekt der Begierde für Private Equity Unternehmen.

Es gibt sie doch: Tierärztin mit Unternehmermut

Für Steffi Dietze (32) aus Dresden war seit frühester Kindheit klar: Sie möchte Tierärztin werden – und zwar in eigener Praxis. Seit 1. April ist der Traum Realität. Den Weg dahin hat sie nicht schnurgerade, aber konsequent verfolgen können: Drei Jahre trug sie sich mit Praxisgründungsplänen. „Ich habe sieben Jahre Praxiserfahrung als Angestellte gesammelt und die Hauptzeit meiner Weiterbildung zur Fachtierärztin für Klein- und Heimtiere geschafft, die ich in eigener Niederlassung abschliessen werde.“ Damit fühlt Steffi Dietze sich jetzt fachlich sicher, die Verantwortung für eigene Patienten zu übernehmen.
Was für sie aber auch wichtig war: „Assistenten bekommen oft für sehr viele Arbeitsstunden wenig Lohn, Überstunden werden oft nicht bezahlt. Da dachte ich mir: Dann arbeite ich weiterhin viel – aber für mich.“ Selbst entscheiden und gestalten können – als Tierärztin und auch unternehmerisch – das war ihr wichtig.

Begleitung beim Bankgespräch

Termine der nächsten Go-Vet Gründerseminare finden Sie hier

Termine der nächsten Go-Vet Gründerseminare finden Sie hier.

Ein Gründerseminar hilft bei der Orientierung, was alles zur Selbständigkeit gehört. Innerhalb eines Tages wird man sicher nicht zum BWL-Profi, aber es hilft, ein Grundverständnis zu entwickeln und man lernt erfahrene Berater kennen. Ob und wie stark man dann in der Gründungsphase wofür zusätzliche Beratung in Anspruch nimmt, entscheidet jeder Gründer selbst.
Für Steffi Dietze war vor allem der Input beim Businessplan von Steuerberater Matthias Knäble und später die Unterstützung im Bankgespräch durch TVD-Berater Jürgen auf der Landwehr wichtig: „Da fühlt man sich als Tierärztin anfangs schon etwas unwohl. Das macht man ja nicht alle Tage. Da war er wirklich Klasse!“

Expertenhilfe holen sollten sich Gründer bei der Finanzplanung (Stichwort „Businessplan), bei juristischen Fragen (Praxis-Übernahmevertrag/Mietvertrag) und auch bei Versicherungsthemen (von Berufshaftpflicht über Inventar- und Rechtsschutzabsicherung bis zu Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherung).

Herausforderung Bauamt

„Die größte Herausforderung in der Gründungsphase war, gute Nerven zu bewahren und geduldig zu sein.“ Das galt für Steffi Dietze vor allem im Umgang mit dem Bauamt. „Die Nutzungsänderung für die Praxisräume war mit Sicherheit der Punkt, der mich die meisten Nerven gekostet hat, gleich nach dem Bankgespräch.“
Doch jetzt blickt sie optimistisch in die Zukunft – das wichtigste Ziel: „Mein kleines Unternehmen stabilisieren, eine gute Tierärztin sein und eine gute Chefin für mein Team.“ Mit berechtigtem Stolz freut sie sich „jeden Morgen darauf, meine eigene Praxis zu betreten“.

Tim Kasten_TVD_mittel*Tim Kasten ist Geschäftsführer bei TVD-Finanz (Kontakt: tim.kasten(at)tvd-finanz.de).
Go-Vet – erfolgreich gründen ist ein gemeinsames Gründerprogramm der wir-sind-tierarzt-Werbepartner TVD und WDT sowie des Tierärzte-Beraternetzwerkes.
Mehr über unsere Zusammenarbeit mit Unternehmen und die Finanzierung unserer Webseite finden Sie hier.

Passend dazu: Praxis(ver)kauf – Was Sie wissen müssen

Der Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner TVD Finanz. Mehr über die Zusammenarbeit mit Unternehmen und die Finanzierung unserer Seite finden Sie hier.

Teilen
Über den Autor

Gastautor

Gastautoren schreiben als externe Experten und/oder Mitarbeiter unserer Kooperationspartner Beiträge für wir-sind-tierarzt.de. Sie verantworten ihre namentlich gekennzeichneten Beiträge selbst. Diese müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen. Unsere Gastautoren erreichen Sie direkt über die im Autorenkasten am Textende angegeben Kontaktdaten oder per Mail über: zentrale(at)wir-sind-tierarzt.de.
Web Design MymensinghPremium WordPress ThemesWeb Development

Wildtiere: Hilfe kann auch Leid bedeuten

9. März 20169. März 2016
Ein Faltblatt gibt Tipps zum Umgang mit Wildtieren. (©Landestierschutzbeauftragte Hessen / Erni/Fotolia.com)„Wildtiere brauchen in den aller seltensten Fällen menschliche Hilfe," sagt die Landestierschutzbeauftragte Hessen. Was tun kann, wer ein Wildtier findet – oder aber auch besser lassen sollte – erklärt ein Flyer, den Dr. Madeleine Martin zusammen mit der Landestierärztekammer Hessen herausgegeben hat. (mehr …)