Es ist halt (m)ein Traum – Verdienst interessiert wenig

Tierarzt-Idylle? Die FAZ kritisiert, dass die ZDF-Doku nicht über Geld spricht.Tierarzt-Idylle? Die FAZ kritisiert, dass die ZDF-Doku nicht über Geld spricht. (Foto: ©screenshot faz.net)

(jh) – Kritisch geht Christina Hucklenbroich auf FAZnet mit der ZDF-Tierarztdoku “Die Tierdocs” ins Gericht. Zwar zeige die Serie den Tierarztberuf manchmal realistisch. Doch sie verweigere sich konsequent den wirtschaftlichen Aspekten: Niemand spricht über Geld. Dabei verdienten Tierärzte nur wenig – – zumindest viele Angestellte, schreibt FAZ.net und bezieht sich dabei auf diesen Artikel von wir-sind-tierarzt.de, der zeigt das oft nicht mal Mindestlohn gezahlt wird.

Die Serie, die auf ZDFinfo zu sehen war, begleite “ein paar sympathische, fotogene Studenten, die ihr Ziel, Tierarzt zu werden, mit Leidenschaft verfolgen.” Dabei ritten die Autoren allerdings etwas penetrant auf dem hohen Arbeitsaufwand des Studiums herum. Immer wieder fallen Sätze wie: >Studentenleben ist kein Lotterleben – zumindest nicht für Tiermediziner.< Jede Folge beginnt mit dem Satz, das Tiermedizinstudium bedeute >mindestens fünfeinhalb Jahre büffeln<.

Spaß muss nicht bezahlt werden

Die angehenden Veterinäre dagegen redeten ununterbrochen von >Spaß< und >Abenteuer<. “Im Ungefähren bleibt, was Tierärzte eigentlich verdienen. Das ist im Zweifel ziemlich wenig,” schreibt Hucklenbroich. Mal sage ein Professor begütigend, man müsse sich keine Sorgen machen, solange man sich spezialisiere. Ende der Diskussion. >Und außerdem: Was bedeutet schon Geld?< sagt die Stimme aus dem Off. Musik, Blick  auf den Ambulanzwagen. Ein paar Dutzend Lämmer müssen geimpft werden.

Die Wahrheit am Schluss

Als ob den Machern des Films bewusst ist, was sie den Zuschauern vorenthalten, lavieren sie bis zur letzten Szene um dieses Thema herum. Ganz am Ende, als die Kamera den Campus und die Semesterabschlussparty verlässt, heißt es: >Fünfeinhalb Jahre Studium für einen Beruf, der kaum geregelte Arbeitszeiten kennt und kein hohes Einkommen verspricht.< “Das ist doch einmal ein Fazit – das leider nicht zu dem passt, was wir hier gesehen haben,” stellt Hucklenbroich fest.

FAZ empfiehlt wir-sind-tierarzt.de

Wer etwas über die wirtschaftliche Realität von Tierärzten erfahren wolle, sollte sich die berufspolitische Internetzeitung wir-sind-tierarzt.de anschauen, schreibt FAZ.net dann weiter: “Eine Woche, bevor ZDF Info seine erste Folge der „Tierdocs“ sendete, erschien hier auch ein Artikel zum Mindestlohn für Tierärzte. Die Redaktion schildert die Ergebnisse einer bayerischen Studie unter Veterinären, die in Praxen und Kliniken angestellt sind: Ein Drittel von ihnen verdient weniger als den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Davon erfahren wir in dem ZDF-Film nichts.”

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