Rinder-TBC: Österreich testet 50.000 Tiere

In Österreich wollen Alpbauern in Voralberg Gewissheit darüber, ob sich ihr Vieh auf den Alpen mit Rinderturberkulose infiziert hat. Anders als in Deutschland, beginnen die TBC-Tests noch im November.

Nach einer sechswöchigen Inkubationszeit können die heimischen Tierärzte mit der Beprobung der Almrückkehrer beginnen. “Wir starten mit den Untersuchungen im Laufe des Monats», bestätigt Landesveterinär Norbert Greber den Vorarlberger Nachrichten.

Grenzregionen zu Deutschland im Fokus

Um eine weitere Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern, hat die österreichische Bundesregierung eine flächendeckende Beprobung angeordnet. «Betroffen sind alle Tiere, die älter als ein Jahr sind», sagte Norbert Greber. In Summe werden über 50.000 Tiere auf Tuberkulose getestet. Gestartet wird in den Bezirken Bludenz und Feldkirch, wo das Ansteckungsrisiko am höchsten ist. Danach folgen Bregenz und Dornbirn. In den Grenzregionen mit einem Viehaustausch ins Allgäu würden die Tests rasch durchgeführt. Die Kosten werden auf 450.000.- Euro plus 100.000.- Euro für das Tuberkulin geschätzt. Amtstierärzte allein könnten die Tests nicht schaffen, deshalb werden praktizierende Tierärzte eingebunden

Rotwild für TBC-Infektionen verantwortlich

Dass die Behörden dabei weitere positive TBC-Fällen bei Rindern – vor allem in den Kerngebieten – entdecken, gilt als sehr wahrscheinlich. Auch die Österreicher machen Rotwild für die Übertragung der Tierseuche verantwortlich. Die Befunde des bisher erlegten Rotwildes bestätigen die Notwendigkeit  der Massnahmen. Von 517 untersuchten Tieren waren 36 positiv. Wie auch in Deutschland entfallen 30 der positiven Ergebnisse auf die 377 Stück Rotwild aus den TBC-Kerngebieten. Deshalb will man die Bestände drastisch reduzieren. Allein im Silbertal und im Klostertal sollen 1.000 Tiere geschossen werden.

Direktlink zu den Vorarlberger Nachrichten 

Teilen
Über den Autor

Jörg Held

Jörg Held (jh) ist Journalist, Kommunikationswirt und Redaktionsberater mit 30 Jahren Berufserfahrung. Seit 2007 auch im Bereich Tiermedizin unterwegs, davon 5 Jahre als Redaktionsleiter der VETimpulse. Auch bei wir-sind-tierarzt.de leitet er die Redaktion und ist schwerpunktmäßig für berufspolitische Themen und die Nachrichten verantwortlich. Kontakt: joerg.held(at)wir-sind-tierarzt.de
Web Design MymensinghPremium WordPress ThemesWeb Development

Wildtiere: Hilfe kann auch Leid bedeuten

9. März 20169. März 2016
Ein Faltblatt gibt Tipps zum Umgang mit Wildtieren. (©Landestierschutzbeauftragte Hessen / Erni/Fotolia.com)„Wildtiere brauchen in den aller seltensten Fällen menschliche Hilfe," sagt die Landestierschutzbeauftragte Hessen. Was tun kann, wer ein Wildtier findet – oder aber auch besser lassen sollte – erklärt ein Flyer, den Dr. Madeleine Martin zusammen mit der Landestierärztekammer Hessen herausgegeben hat. (mehr …)